Erste Besiedlung

Um das Köngener Kastell hat sich schon kurz nach 90/95 n. Chr. eine zivile Siedlung (Vicus) gebildet. Der Name des römischen Dorfes, möglicherweise sogar einer älteren keltischen Ansiedlung, ist Grinario.

Das römische Dorf Grinario verdankt seinen Namen dem keltischen "Grinnos" oder "Grennos" was soviel bedeutet wie der "Mann mit dem Barte" oder der bärtige Mann". Dass der Ort diesen Namen trug, belegen zwei Inschriftensteine, auf denen die Bewohner des Dorfes Grinario genannt werden. Beide Steine wurden noch innerhalb des Dorfes auf der Römerstraße nach Rottenburg gefunden. Sie dienten offenbar als Teile eines Heiligtums zu Ehren des Gottes Jupiter.

Zum einen handelt es sich um eine in der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts n. Chr. entstandene Bauinschrift:
Zur Ehre des Kaiserhauses haben dem besten und größten Jupiter der rechten Straße die Bewohner der Rottenburger Straße des Dorfes Grinario die Umfassungsmauer des Heiligtums von ihrem Geld errichtet.

Einen ähnlichen Inhalt hatte ein Weihestein, der etwa zwischen 150 und 230 n. Chr. errichtet wurde.

Der Ort Grinario ist auch auf der sogenannten Peutingertafel eingetragen, der mittelalterlichen Kopie einer römischen Routenkarte. An der Fernstraße, die von Basel-Augst (Augusta Raurica) über Rottweil (Arae Flaviae) nach Augsburg (Augusta Vindelicum) führt, ist östlich des bei Rottenburg (Sumelocennea) dargestellten Rasthauses, in einer Entfernung von rund 43 km, eine Pferdewechselstation mit dem Namen "Grinarione" markiert. Mit der nächsten Station Clarenna ist wahrscheinlich Donnstetten gemeint.