Fernstraßen

Die ersten Straßen, die von den Römern angelegt wurden, waren Militärstraßen. Sie sollten die kürzesten Marschwege zwischen den Kastellen schaffen, den Nachschub sichern und insbesondere im Kriegsfall schnelle Truppenbewegungen ermöglichen.

Für das Köngener Kastell musste daher eine möglichst kurze Verbindung über Rottenburg und Rottweil zu den Legionslagern Straßburg und Windisch gewährleistet sein.

Nach Norden führte eine Straße zum Reiterkastell in Stuttgart-Bad Cannstatt. Nach Südosten stellte eine Straße den Anschluss zum Kastell Donnstetten auf der Alb her.

Die Rottenburger Straße beginnt am Südwesttor des Kastells. Unmittelbar vor diesem Tor (Porta Principalis Dextra) nach Rottenburg wurde im Jahre 1900 ein Meilenstein gefunden. Seine Inschrift gibt die Entfernung nach Rottenburg an: 29 römische Meilen bzw. 29.000 Doppelschritte (= 42,9 km).

Der Stein wurde unter Kaiser Hadrian aufgestellt, also zu einer Zeit, als die Kohorte noch im Lager stationiert war.

Die Rottenburger Straße war fast durchgehend gepflastert und hatte anfangs eine Breite von 8 Metern, nach 250 Metern wurde sie etwas schmaler. Die Nordstraße (oder Cannstatter Straße) bildet die nördliche Fortsetzung der aus Südwesten von Rottenburg hereinführenden Straße und zog fast gerade 600 Meter durch den Vicus. An dieser Straße liegt auch der Römische Friedhof. Ihre Fortsetzung in Richtung Cannstatt wird heute noch „Steiniger Weg“ genannt. Von der „Cannstatter Straße“ aus konnte das rückwärtige Lagertor erreicht werden.