Die Entdeckung des römischen Grinario in Köngen

Am 10. November 1782 berichtete der Oberamtmann Johann Eberhard Roser in einer Eingabe an den Landesherrn Herzog Karl Eugen von Württemberg von einem Ereignis in dem Ort Köngen sowie von dort seit langem kursierenden Gerüchten über eine verborgene Stadt. 

„Vor einigen Tagen habe“, so schreibt Roser, „eine arme Tagelöhnerfrau hier in Köngen auf dem ‚Burgfeld‘ eine Goldmünze des Kaisers Antoninus Pius gefunden und sofort ihm übergeben. In Köngen stehe die Überlieferung, dass sich auf dem ‚Burgfeld‘ eine alte Stadt befunden habe, weil die Bauern beim Pflügen immer wieder auf Mauern stießen und schon viele Münzen gefunden hätten.“

In seiner Antwort auf diese Eingabe erteilte Herzog Karl dem Eugen Roser den Auftrag, nach den Ruinen auf dem „Burgfeld“ graben zu lassen. Roser begann im folgenden Jahr nach der Ernte mit den Ausgrabungen. Bis 1786 lassen sich diese von Roser initierten Grabungen anhand von dessen Aufzeichnungen sowie Eingaben und Gutachten des Leiters des herzoglichen Münz-Kabinettes Stuttgart und den Dekreten des Herzogs verfolgen.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts folgten dann weitere Nachforschungen, die 1885 in der Entdeckung des Militärlagers gipfelten und ab 1896 zu einer systematischen Erkundung führten.