Lebensverhältnisse

Eine der spannendsten Fragen ist die nach den Lebensverhältnissen der Römer. Wie lebten die Römer damals? Wie kleideten sie sich? Was aßen sie? Wie wohnten sie? Antworten auf diese Fragen können Funde, Ausgrabungen und überlieferte Texte liefern.

Siedlung und Haus

In der Siedlung Grinario lebten etwa 1.500 Menschen in 150 bis 170 Häusern. Diese Häuser waren in der Mehrzahl Fachwerkbauten, die allerdings steinerne Vorratskeller besaßen. Zur Straße hin lagen die Wohn- und Wirtschaftsräume; die Schlafräume befanden sich wohl im hinteren Teil des Hauses.

Steinhäuser waren eher die Ausnahme, allerdings verfügten diese teilweise über eine Unterbodenheizung. Hinter den Häusern befanden sich Werkstätten, Backöfen, Aborte, Ställe für Kleintiere und Gärten. Von den hölzernen Möbeln sind nur Griffe und Beschläge aus Metall erhalten geblieben.


Essen und Trinken

Wenn die Römer aßen, nahmen sie meist einen Getreidebrei mit Gemüse, Zwiebeln, Knoblauch und Ziegen- und Schafskäse zu sich. Beliebt waren auch Bohnenbrei, Fladenbrot oder Aufläufe.

Wollte man festlich essen, gab es drei Gänge. Die Vorspeisen bestand aus Eiern, Schnecken, Fische, Gemüse und Honigwein. Als Hauptgericht wurde Fleisch serviert. Dazu wurde ausgiebig gewürzt, etwa mit Garum, einer Würzsoße aus vergorenem Fisch. Natürlich durfte der Wein nicht fehlen. Der Nachtisch bestand aus Datteln oder Kuchen. Gegessen wurde entweder mit Löffeln oder den Fingern. Messer kannte man damals nur in der Küche und Gabeln gar nicht. Das Geschirr war aus Ton. Wohlhabende Familien besaßen auch Terra Sigillata, ein feineres Tongeschirr, sowie Geschirr aus Glas und Metall.

Kleidung

Die Bevölkerung in den Provinzen richtete sich modisch nach den Kleidungsstilen der Hauptstadt Rom. Frauen kleideten sich in ein enges Unterkleid sowie eine ärmellose oder in eine weitärmelige Tunika. Männer trugen den so genannten gallischen Kittel, ebenfalls eine Art Tunika, sowie einen Mantel. Die Kleidung wurde hauptsächlich aus Wolle und Leinen gefertigt.

Mit dem Aufblühen des Fernhandels griff man aber zu feineren Stoffen wie Baumwolle und Seide. Die prächtigen Fibeln dienten als eine Art antike Sicherheitsnadel, vorwiegend aber als Schmuck für Frauen. Ihre Formen variierten stark, doch im 2. und zu Beginn des 3. Jahrhunderts trug man gerne Fibeln mit bunter Emailverzierung. Halsketten aus Glas- und Bronzeperlen, verzierte Silberscheiben und Armringe gehörten ebenso zu beliebten Schmuckstücken der römischen Frau. Männer trugen außer Fibeln wohl nur Zierscheiben und Siegelringe als Schmuck.


Körperpflege

Die Römer kannten eine anspruchsvolle Körperpflege, jedoch war die Seife noch unbekannt. Daher kamen vor allem Körperschaber zum Einsatz, mit denen man sich nach dem Bad von Öl und Schweiß reinigte. „Ohrlöffelchen“ dienten wohl zum Reinigen der Ohren. Mit Spateln und Steinplättchen rührte man Kosmetika an. Öffentliche Bäder gab es in jedem Dorf, so auch in Grinario. Reiche Häuser besaßen eigene Bäder. Der Sinn der Thermen lag in der Körperpflege und in der Gesundheitsvorsorge.