Mulsum

Honigwein als Aperitif

Bei Plinius finden wir einen kurzen Abschnitt über die Herstellung und die Qualitäten von Mulsum. Dort lesen wir, dass man Mulsum aus Gründen der Bekömmlichkeit besser aus alten und herben Wein herstellt, auch mit gekochtem Honig, da es so appetitanregend wirkt und keine Blähungen verursacht.

Auch soll der Genuss von Mulsum laut Plinius zu einem hohen Alter führen. So habe Romilius Pollio, bereits über hundertjährig, von Kaiser Augustus, bei dem er zu Gast war, nach den Gründen seiner körperlichen und geistigen Frische gefragt, mit den Worten Intus mulso, foris oleo (Innen mit Mulsum, außen mit Öl) geantwortet.

Zutaten

  • 1 Liter Weißwein, Silvaner oder Müller-Thurgau
  • E EL Honig
  • 1 Stange Zimt
  • Pfeffer

Zubereitung

Den Wein anwärmen, dabei den Honig einrühren, bis der Honig sich auflöst. Die Gewürze in die warme Flüssigkeit einlegen. Gut ziehen lassen und mit den Gewürzen in eine Flasche füllen. Die wieder verkorkte Flasche zwei bis drei Wochen kühl aufbewahren. (Zwei bis drei Tage reichen auch.)
Das Ergebnis: Ein Aperitif, den die Römer gern als Appetitanreger vor dem Mahl genossen.

Möchtest du doch, oh Wirt,
ersticken an deinen Lügen.
Wasser schenkst du uns ein,
selber säufst du den Wein.

Ein entdecktes Graffiti in Pompeji zeigt, dass schon damals nicht immer mit lauteren Mitteln ausgeschenkt wurde. Man darf Mulsum nicht mit dem mittelalterlichen Met verwechseln, der ja aus Honig und Wasser mit Hopfen und Salbei hergestellt wurde.