Was die Römer aßen

„Allem voran ein lukanischer Eber, dann kamen Vögel, Schalentiere, Fische, dazu das Innere von Flundern und Steinbutt, eine Muräne wird aufgetischt zwischen schwimmenden Krebsen, lang auf der Schale gestreckt …“ – Tafeln konnten sie, die Römer, wie dieser Ausschnitt aus den Satiren des Horaz illustriert.

Für die Reichen: Verschwenderisch und raffiniert

Teuer und üppig sollte es sein, was den Gaumen der reichen Römer kitzelte. Je exotischer die Zutat war, desto begehrter war sie. Für Schildkröten aus Ägypten, Kardamom aus Indien, Schinken aus Gallien oder Salm aus dem Rhein gab mancher ein Vermögen aus. Nicht umsonst wurde Rom „Der Bauch Italiens“ genannt.

Der berühmteste Koch war Apicius, dem Chronisten Plinius zufolge der „größte Verschwender und Prasser aller Zeiten“. Apicius verfasste zwei Kochbücher, ein allgemeines und eines über Saucen. Wer die Gerichte nachkochen will, merkt schnell, dass bei Apicius die Mengenangaben fehlen. Für den heutigen Hobbykoch gilt daher: schrittweise abschmecken, nachwürzen und ausprobieren. Fest steht aber: Die römischen Gerichte kamen ohne Garum oder Liquamen nicht aus. Dabei handelt es sich um eine würzige Fischsauce, die überall hinzugefügt wurde – gewissermaßen das Maggi des Altertums.

Für das Volk: Getreidebrei

Während an den großen Tafeln Schwein, Eber, Lamm, Wild, Fisch oder Geflügel gegessen wurde, aß das Volk einfacher. Hier stand oft Puls auf dem Tisch, ein Getreidebrei, der auch in Öl zu Fladen gebacken wurde. Marcus Gavius Apicius lebte zur Zeit des Kaisers Tiberius (14- 37 n. Chr.) Alle Nachrichten über Apicius stammen aus dieser Zeit. Er war als Feinschmecker und Erfinder extravaganter Gerichte bekannt. Sein Vorliebe für luxuriöse Gastmähler kostete ihn nicht nur sein Vermögen, wie Seneca berichtet: Apicius nahm Gift, als er feststellte, das er „nur“ noch 10 Millionen Sesterzen* besaß. Für ihn zu wenig zum Leben.
(*4 Sesterzen = 1 Denar = ungefähr der Tagesbedarf eines Arbeiters)

Rezepte zum Nachkochen

Wir wollen Ihnen an dieser Stelle einige Gerichte vorstellen und danken Frau Paula Röllig für die Auswahl. Die Seiten, die Sie links erreichen, enthalten Illustrationen aus dem Kinderbuch „Auf die Plätze … Römer los!“